Revolution beim Voyeur Cup 2012

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Ein Grundlagenbeitrag von Bernd Rausch

Der Voyeur Cup 2012 oder Geschichte vollzieht sich in Brüchen, die auch Revolution oder Konterrevolution genannt werden. Dass der Mensch sein Schicksal nicht mehr als Unabänderliches betrachtet und der Einzelne, wenn er sich mit anderen zusammentut, das eine oder andere zum Besseren wenden kann liegt auch unserer Erkenntnis zu Grunde. So haben auch wir 26 Jahre lang einen Plan gemacht, wie es voran gehen kann mit dem Voyeur Cup, wie bringen wir ihn nach vorne? Doch wie es so ist mit dem Plan, kaum ist er gemacht, dann kommt auch schon das Unvorhergesehene. Dieses Jahr hat es sich potenziert.

Ein Versuch, das kaum Berechenbare darzustellen. Es vollzieht sich der Wandel der Gesellschaft, in der wir leben, seit Jahrhunderten in langen Phasen. Dieser Wandel beschleunigte sich in den letzten Jahrzehnten, durch das was Globalisierung genannt wird, enorm. Und dennoch erscheinen die Prozesse der rassanten gesellschaftlichen Entwicklung im Verhältnis zu dem, was sich in den letzten Jahren beim Voyeur Cup vollzogen hat wie lahme Enten.

Betrachten wir die Welt in ihrem Ganzen, so sehen wir, nichts ist von Dauer und nichts hat Bestand. Fortschritt oder Barbarei, das war sicherlich seit langem die Frage und in diesem sich ständig beschleunigenden Gebilde namens Weltökonomie, in diesen Wirren stellt sich bereits für viele die Frage, was ist Fortschritt und was ist Barbarei. Beim Voyeur Cup vollziehen sich die Dinge in einem noch viel rassanteren Durchlauf. So ein durchschnittliches Bürgerleben in den wohlhabenden Ländern dieser Erde beträgt 80 Lebensjahre. Ein Voyeur Cup Leben lebt manches Mal nur einen Sommer lang und manchmal 20 Jahre und mehr. Doch wie lange beträgt ein durchschnittliches Voyeur Cup Leben? Pi mal Daumen genommen, somit etwas grob geschätzt, solange wie eine im Durchschnitt gute Ehe oder ein Katzenleben, nämlich 7 Jahre.

Und alleine aus dieser Dynamik einer hochgradigen Beschleunigung des unablässigen Bruchs der Kontinuität ist ableitbar, dass das fragile Gebilde, das sich Voyeur Cup nennt, so mir nix, dir nix verschwinden kann.

Jetzt wird es noch konkreter. Beim 26. Voyeur Cup 2012 spielten zwei Fünfergruppen. Jedes Team hatte 4 Vorrunden Spiele und anschließend noch mindestens zwei Spiele in der Zwischenrunde, ob im Voyeur- oder Schatten Cup. Die beiden Teams die ins Endspiel des Voyeur Cup oder des Schattencup kamen absolvierten somit 8 Pflichtspiele. Nur eine Mannschaft, die Molschder 09, mit ihrem Coach Werner, spielten noch ein Spiel mehr und das kam so: Die Moschder 09 spielten 4 Vorrunden Spiele, 2 Zwischenrunden Spiele im (A) Voyeur Cup Turnier. Als 3. Bester dieser Zwischenrunde mussten sie dann noch die Zwischenrunde für das (B) Schattencupturnier spielen, d.h. + 2 Spiele. Dann spielten sie im Endspiel des Schattencup, d.h. + 1 Spiel. Sie spielten 9 Spiele, somit mehr als jedes andere Team. Doch und jetzt kommen wir zur Voyeur Cup Revolution 2012, denn es gab Spieler, die 15 Spiele absolvierten, aber wie das möglich?

Die Voyeur Cup Revolution 2012

Nicht, dass es für dieses historische Ereignis keine Anzeichen und Vorläufer gegeben hätte. In den vergangenen Jahren halfen Spieler und Spielerinnen anderen Teams aus, wenn diesen die eigenen Leute ausgingen. Am weitesten war dieses Austauschsystem bei den Leipziger 52 gediehen, als diese mit zwei Mannschaften zum Voyeur Cup antraten und ein reger Spielerwechsel zwischen beiden Teams stattfand. Doch in diesem Jahr hatte dieses quantitative Anwachsen des Spieler-Wechsel-Dich eine neue Qualität. Erstmals trat ein Pool von Spielerinnen und Spielern auf den Plan, die sagten, wir alle bilden eine Einheit und gehören nicht mehr einer speziellen Mannschaft an. Wir bilden wohl zwei Teams und spielen dort, wo wir wollen, wir haben keine direkte Mannschaftszugehörigkeit mehr, wir sind ein Pool. Aus zwei mach eins und aus eins mach zwei. Die Teams, die als Eckschwalben und als Schnappschuss antraten, waren genau besehen keine Teams mehr, sondern sie waren ein Pool. Freies Floating bei höchster Flexibilität und zugleich mit uneingeschränkter Solidarität (alle für eine oder so) liegt diesem Denken und Handeln zu Grunde.

Knapp zusammengefasst. Revolutionen beim Voyeur Cup sind möglich. Einsturz des ganzen Gebildes droht jedoch jederzeit, das haben Revolutionen, so an sich. Doch wenn der Voyeur Cup als Ganzes gewinnen will, braucht es nicht nur Solidarität im eigenen Team oder eigenen Pool, sondern auch im Gesamtsystem. Daraus folgt unter anderem: Es gibt ein paar wenige verbindliche Abmachungen, die eingehalten werden sollen, sonst bringt die beste Revolution nichts. Über manches andere legen wir den Mantel des Schweigens oder kehren es unter den Teppich.

Bilanzierend bleibt zu sagen: Das Voyeur Cup Turnier 2012 war großartig, wie meistens. Wir vom VC Team bedanken uns bei allen Gästen, Spieler/innen und Helfer/innen des diesjährigen Kultur- und Fußballhappenings.

Die Gewinnerteams im Voyeur Cup 2012: 1.Sieger: Schnappschuss, 2. Sieger: Nilles 1, 3. Sieger Fubba Clan und Nilles 2

Die Gewinnerteams des Schattencup 2012: 1. Sieger: Hamlet 08, 2. Sieger: Molschder 09


1 Antwort auf „Revolution beim Voyeur Cup 2012“


  1. 1 Rück\\\\\\\'n\\\\\\\'Stück 28. Juni 2012 um 7:07 Uhr

    heute pünktlich um 18 uhr kurzes, intensives kicken und dann trotzdem pünktlich zum spiel ready sein?
    kommt jmd trotz em-fieber?

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